Schnell geht oft nicht schneller

Wir haben diese Tendenz, Sachen möglichst schnell erledigen zu wollen. Schließlich gibt es so viel zu tun.
Daher machen wir vieles oft halbherzig. Mit den Gedanken eigentlich schon wieder woanders.

Jeder hat sicherlich schon erlebt, dass das nicht unbedingt gut ist. Nicht selten verursacht dieses Vorgehen letztendlich mehr Arbeit. Die Oberflächlichkeit holt uns wieder ein.

Stattdessen können wir einfach ein wenig mehr Zeit investieren. Lieber achtsam sein, bei dem was wir tun. Es nicht einfach nur ganz schnell sondern richtig machen. Dies erhöht nicht nur die Qualität unserer Arbeit, sondern ist am Ende vielleicht sogar weniger Arbeit für uns.

Zeit zu haben, reicht nicht

Es ist nicht ausreichend, einfach nur Zeit für etwas zu haben.
Sicherlich, wir können uns einen Zeitblock in unserem Kalender für eine bestimmte Sache blockieren. So haben wir dann ausreichend Zeit, um diese Sache zu tun. Doch wie oft passiert es, dass wir dann doch etwas anderes tun?

Wahrscheinlich sehr oft. Daher reicht es nicht, einfach nur die Zeit zur Verfügung zu haben. Dafür gibt es zu viele Optionen und Ablenkungen. Wenn wir etwas auch wirklich tun wollen, müssen wir uns diese Zeit auch ganz bewusst nehmen. Uns sagen, dass wir in dieser Zeit nichts anderes tun. Selbst wenn uns spontan eine andere tolle Idee kommt – oder vielleicht sogar gerade dann nicht.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Sicherlich kennst du die Überlegung. Die Frage, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist. Wenn wir verschiedene Menschen fragen, werden wir sehr unterschiedliche Antworten hören.

Die Idee des Experiments ist zu erfahren, mit welchem Mindset Menschen durch die Welt gehen. Sind sie eher ein Pessimist oder Optimist. Sehen sie das Glas als halb voll oder als halb leer.
Dann können wir schauen, wie sich dieses Mindset auf das Leben dieser Menschen auswirkt. Wer ist glücklicher, lebt länger, hat eine bessere finanzielle Situation, ist gesünder usw.?

Der Pessimist sieht das Glas halb leer. Es wäre zu einfach, zu behaupten, dass diese Menschen immer nur das Schlechte sehen. Das stimmt so nicht.
Selbst sehen sie sich oft als die Realisten. Manchmal wollen sie auch einfach nicht enttäuscht werden. Ihnen geht es oft darum, sich auf Sachen vorzubereiten. Daher ist es besser, von dem Schlimmsten auszugehen. Das führt natürlich schnell dazu, dass man die eine dunkle Wolke am ansonsten blauen Himmel sieht. Wer sucht, der findet.

Der Optimist sieht das Glas halb voll. Diese Menschen sind hoffnungsvoller und suchen das Gute in einer Situation. Das kann schnell zu Selbstüberschätzung oder Fehleinschätzungen von Situationen führen.

Wer hat nun recht? Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Letztendlich geht es nicht darum, recht zu haben. Es geht mir gerade auch nicht um Optimisten oder Pessimisten. Es geht darum, wie wir uns entscheiden, unsere Welt zu sehen.

Es geht um Perspektive.
Es geht um unser Mindset.
Es geht darum, wie wir Dinge wahrnehmen und durchs Leben gehen.
Wir erschaffen unsere Realität.
Wie wir durch die Welt gehen, entscheidet, wie unsere Welt ist.

Natürlich können wir nicht komplett kontrollieren, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen und auf Sachen reagieren. Doch wir haben einen großen Einfluss darauf. Wir können uns üben, Sachen auf eine bestimmte Art und Weise zu sehen. Wir können unser Mindset ändern. So können wir komplett verändern, wie wir die Welt erleben.

Sehen Optimisten eine Welt, die es so nicht gibt? Malen sie sich die Welt schön? Das kann man sicherlich so sehen. Man kann es aber auch anders sehen.
Um beim Glas zu bleiben: Optimisten orientieren sich vielleicht sogar mehr an der Realität. Schließlich beschreiben sie, was wirklich da ist. Sie beziehen sich auf das Wasser. Die Pessimisten beziehen sich auf etwas, das nicht da ist.

Nun könnte man das Ganze auch noch ganz anders sehen. Man könnte meinen, dass beide Sichtweisen falsch seien.
Das Glas ist weder halb voll noch halb leer. Stattdessen ist das halb voll mit Wasser und halb voll mit Luft. Es ist also komplett voll. Schließlich ist es voller Atome, aus denen die Luft und das Wasser bestehen. Nur weil wir etwas nicht sehen, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Es kann trotzdem einen großen Einfluss auf unser Leben haben.

Ist das Glas nun ganz voll? Wieder könnte man es anders sehen. Sicherlich ist es voller Atome. Doch bestehen Atome nicht zu über 99,99% aus keiner Materie? Aus leerem Raum? Man könnte also meinen, dass das ganze Glas eigentlich leer sei. Schließlich ist die winzige Menge Materie vernachlässigbar.

Diese Betrachtungsweise würde uns jedoch dazu führen, dass das Glas auch aus Atomen aufgebaut ist. Das ganze Glas ist also eigentlich hauptsächlich Leere. Wir haben also kein halb leeres oder halb volles Glas, sondern kein Glas? Und überhaupt, warum meinen wir, dass es ein Glas gäbe? Weil wir irgendetwas wahrnehmen? Letztendlich haben wir keine Chance wirklich zu wissen, ob irgendetwas real ist.

Wohin führt uns das Ganze? Womit enden wir? Vielleicht und nur vielleicht hat derjenige, der eine eindeutige Antwort auf die Frage mit dem Glas sucht, nicht ganz verstanden, worum es geht. Am Ende geht es um dich und was du mit diesen Erkenntnissen machst.

Fokus nur mit Perspektive

So viele Menschen leben in ständiger Ablenkung. Unentwegt auf ihre Umgebung reagierend. Teilweise völlig ohne Fokus.

Erst wenn etwas nicht stimmt. Wenn etwas wirklich wehtut, fokussieren wir uns darauf. Dann wollen wir es ändern und lösen. Doch ist das nicht genau eine Situation, in der wir nicht zu stark fokussieren sollten?

In Momenten, in denen etwas schlecht läuft, lohnt es sich, etwas Abstand zu gewinnen. Zu schauen, was zeitlos an dieser Situation ist. Welche grundlegenden Prinzipien wirken.

Lasst uns deutlich fokussierter durchs Leben gehen. Doch immer mit der richtigen Perspektive.

Keine Ziele

Wenn es um Erfolg und Produktivität geht, werden Ziele meistens als eine Notwendigkeit angesehen. Als seien sie eine unerschütterliche Grundvoraussetzung, dass man erfolgreich ist.

Sicherlich nicht ohne Grund. Doch sind die wirklich notwenig?

Weiterhin gibt es einige verbreitete Überzeugungen in Bezug auf Ziele:

  • Wir müssen die richtigen Ziele identifizieren und festlegen
  • Wir müssen unsere Ziele auf die richtige Art und Weite formulieren (z.B. SMART bzw. SMARTER)
  • Wir brauchen viele umsetzbare Zwischenziele
  • Wir brauchen Fristen und Deadlines
  • Wir stellen unsere Ziele in den Fokus unseres Tages

Und bei sehr vielen funktioniert es auch. Menschen erreichen ihre Ziele. Die Arbeit mit ihnen, erlaubt es ihnen, erfolgreich zu sein. Ich möchte absolut nicht infrage stellen, ob die Arbeit mit Zielen Früchte tragen kann. Definitiv kann sie das. Doch ist das der einzige Weg, um erfolgreich zu sein? Und hat dieses Vorgehen auch Kosten?

Ziele haben auch ihre Schattenseiten:

  • Ziele können uns behindern: Sie können uns daran hindern, langfristig zu denken. Sie können vermeiden, dass wir erkennen, was eine bessere Option wäre. Wenn wir zu sehr an unseren Zielen festhalten, können wir für anderes blind werden.
  • Ziele sind künstlich: Sie können unsere Kreativität einschränken. Wir tun nicht mehr das, was wir gerade tun wollen. Nicht das, was gerade aus uns oder durch uns fließt. Sie behindern den Strom. Stattdessen arbeiten wir weiter an unseren Zielen.
  • Ziele erzeugen Stress: Sie üben Druck auf uns aus. Dieser Stress kann uns zu besonderen Taten bringen. Wir erreichen große Ziele. Erledigen Sachen. Gleichzeitig können wir uns überfordern. Krank werden. Ausbrennen.
  • Ziele sind in der Zukunft: Sie sind von Natur aus auf die Zukunft gerichtet. Es geht darum, was alles anders sein soll. Ziele können uns davon abhalten, im Augenblick zu sein. Uns auf die Gegenwart zu fokussieren.
  • Ziele enden nie: Sie bringen uns zu einer Lebensweise immer nach weiteren Ziele zu streben. Nachdem wir ein Ziel erreicht haben, setzen wir uns ein Neues. Ein Leben in ständiger Unruhe. Immer nach dem Bestreben auf etwas, das nicht ist.
  • Ziele können uns unglücklich machen: Sie bringen uns dazu, zu glauben, dass wir glücklich seien, wenn wir Ziele erreichen. So verlagern wir unser Glück in die Zukunft. Auf eine ungewisse Möglichkeit. Wir sind dann überzeugt, dass wir etwas bräuchten oder erreichen müssen, um glücklich zu sein. Ziele können uns behindern, jetzt glücklich zu sein.

Sicherlich könnte man meinen, dass das Streben nach immer Neuem etwas Gutes ist. Schließlich ist es nur natürlich, sich zu entwickeln. Doch kann es nicht auch schnell bedeuten, dass wir nie wirklich zufrieden sind? Worum geht es letztendlich im Leben? Wollen wir nicht Glück und Bedeutung finden? Helfen uns Ziele dabei wirklich?

Wie gehen wir damit um? Wie gesagt, ich möchte nicht sagen, dass wir komplett aufhören sollten, uns Ziele zu setzen. Nein, wir können Ziele haben. Wir können Wünsche haben. Wir können streben. Versuchen, unser Leben zu gestalten.

Dabei ist es jedoch wichtig, mit was für einer Einstellung wir dies tun. Wir können versuchen, nicht aus einem Mangel heraus zu agieren. Wir können versuchen, öfter im Hier und Jetzt zu sein. Wir können glücklich sein, unabhängig davon was wir erreicht haben. Wir können uns auf den Prozess fokussieren. Unserem Fortschritt und unser Entwicklung mehr Bedeutung geben als irgendwelchen Zielen.

Wir können Ziele nutzen, um unsere Zukunft zu gestalten. Gleichzeitig können wir eine gesunde Distanz zu ihnen haben. Unser Leben nicht von ihnen bestimmen lassen. Das tun, was uns wirklich bewegt. Was uns am Herzen liegt.

Wenn wir von etwas inspiriert werden, können wir uns dem widmen. Auch wenn es sich nicht mit unseren Zielen deckt. Das bedeutet aber auch nicht, dass wir ständig reagieren und Hin und Her irren. Es bedeutet, dass wir mehrere Gegensätze vereinen. Aktiv aber auch passiv sind. Also, du kannst Ziele haben. Vielleicht nicht unbedingt immer und für alles. Nutze Ziele für dich. Doch nur solange sie dir wirklich nutzen.

Neuigkeiten

Viele von uns haben einen starken Drang, ständig auf dem Laufenden zu sein. Wir müssen immer wissen, was gerade in der Welt passiert. Was die Nachrichten sagen. Wie das letzte Fußballspiel ausgegangen ist. Was unsere Freunde gerade machen. Lass uns ehrlich sein: Viele sind Nachrichtensüchtige. Junkies. Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick.

Möglichkeiten gibt es unzählige: Spiegel, T-Online, ARD, Instagram, Facebook, Twitter, Fernsehen, Blogs, Podcasts usw. Unzählige Stunden verbringen wir damit, diese Plattformen nach Neuigkeiten zu durchforsten. Doch warum tun wir das überhaupt? Warum geben wir diesen Plattformen so viel Kontrolle über unser Leben? Warum können wir uns nicht davon befreien? Tatsächlich können wir das. Sehr viele Menschen haben es bereits getan. Und du kannst es auch. Es hilft, wenn wir besser verstehen, was eigentlich abläuft. Lass uns einige Aspekte genauer anschauen.

Diese Medien machen uns wirklich süchtig

Wenn wir von Junkies reden, ist es keine Übertreibung. Social Media Plattformen sind explizit so designt, dass sie uns abhängig machen. Sie nutzen die gleichen Mechanismen, wie sie beim Glücksspiel angewendet werden.

Angst

Werden wir von Angst getrieben? Der Angst, dass wir etwas verpassen? Steckt dahinter vielleicht ein riesiges Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit? Sind es diese Bedürfnisse, die uns verleiten, bestimmte Verhaltensweisen immer und immer wieder zu wiederholen?

Wie haben Angst, etwas Wichtiges zu verpassen.

Wir haben Angst, dass uns eine Gelegenheit entgeht.

Wir haben Angst, dass wir von Unheil überrascht werden.

Doch sind diese Ängste begründet?

Verpassen wir wirklich etwas Wichtiges und stehen im Nachhinein doof oder ignorant da? Theoretisch kann das sein. Doch es ist wohl nicht so, dass wir dadurch riskieren, irgendwie aus unseren Stamm verbannt zu werden. Unsere Lebensgrundlage wird dadurch nicht bedroht sein. Vielleicht stehen wir mal etwas doof da, weil wir nicht wissen, was gerade so passiert. Na und? Wenn wir aus solchen Gründen schlecht behandelt werden, sollten wir ernsthaft überdenken, ob wir mit solchen Menschen Zeit verbringen wollen.

Verpassen wir wirklich eine Gelegenheit? Sicherlich werden wir das. Ständig entgehen uns Sachen. Doch die wirklich guten Gelegenheiten werden wir wohl nicht verpassen, weil wir nicht auf dem Laufenden sind. Ganz im Gegenteil: Solche Gelegenheiten kommen zu uns, wenn wir uns auf die wichtigen Dinge fokussieren.

Gehen wir das Risiko ein, dass wir von Unheil überrascht werden? Theoretisch könnte auch das sein. Doch vor wie viel Unheil wurdest du in den letzten Jahren bewahrt? Großes Unheil bekommst du auch so mit, wenn du einigermaßen regelmäßig mit anderen Menschen redest. Es ist ja nicht so, dass ständig irgendwelche Katastrophen passieren, die du nur abwenden kannst, wenn du einen bestimmen Geheimcode hast.

Wenn wir unsere Ängste näher beleuchten, stellt sich heraus, dass sie keine wirkliche Grundlage haben. Vielleicht waren sie früher relevant. Heutzutage können sie uns eher behindert, als wirklich helfen.

Die Plattformen dienen nicht uns

Social Media Plattformen leben von unserer Aufmerksamkeit. Um genauer zu sein: Sie verkaufen unsere Aufmerksamkeit. Wir sind nicht ihre Kunden. Wir sind ihr Produkt. Es liegt in der Natur dieser Plattformen, dass sie im Eigeninteresse agieren. Das müsste so nicht sein. Sicherlich gibt es auch einige Ausnahmen. Doch im Großen und Ganzen ist das oberste Interesse dieser Plattformen nicht unser Leben zu verbessern.

Doch was fangen wir mit diesen Erkenntnissen an? Wichtig ist die Situation erstmal zu erkennen und zu akzeptieren. Wir haben bestimmte Gewohnheiten entwickelt, die nicht unbedingt förderlich für uns sind. Wir versuchen Bedürfnisse zu befrieden, die von den Plattformen ausgenutzt werden. Auch wenn es nicht einfach ist, liegt es an uns, wie wir diese Plattformen nutzen.

Wir können lernen, dass wir nicht immer auf den Laufenden sein müssen. Tatsächlich sind wir besser dran, wenn wir es gar nicht versuchen. Widerstehe diesem Drang. Fokussiere dich stattdessen auf Sachen, die dein Leben besser machen.

Eine Möglichkeit damit umzugehen, ist generell deutlich weniger Informationen aufzunehmen. Nicht einfach impulsartig alles, was uns begegnet. Wenn wir bewusster Informationen in unser Leben lassen, kann uns dies deutlich mehr Freiheit und Leichtigkeit bringen.

Denkst du, dass du davon profitieren würdest? Doch du spürst weiterhin einen Widerstand? Wie wäre es, wenn du es einfach mal ausprobierst? Versuche für einen Tag nicht auf dem Laufenden zu bleiben. Schau, was passiert. Anschließend kannst du alles nachholen. Dann verlängerst du die Zeit einfach immer ein bisschen mehr. Es gibt viele Menschen, die seit Jahren komplett so leben. Und es geht ihnen gut. In der Tat ist es eine Gewohnheit, die man bei vielen erfolgreichen Menschen finden. Sie sind so einfach produktiver, da sie sich auf die relevanten Dinge fokussieren können.

Auch dir steht dieser Weg offen. Widerstehe dem Drang, auf dem Laufenden zu bleiben. Schalte einfach öfter mal ab.

Mit leichten Taschen durch den Alltag

Wir Menschen tragen jede Menge Ballst mit uns herum. Unser Kopf ist voller Sorgen und Aufgaben. Daher ist es so wichtig, dass wir unseren Kopf frei bekommen. Die Sachen aus unserem Kopf herausbekommen, indem wir sie niederschreiben.
Regelmäßiges Journaling und ein gutes System zur Verwaltung unserer Aufgaben helfen uns dabei. So können wir uns besser konzentrieren und kreativer sein.

Doch wir tragen nicht nur mentalen Ballast alltäglich mit uns herum. In Beuteln, Taschen oder Säcken schleppen wir oft Unmengen an Dingen durch unseren Alltag. Bei manch einer Handtasche könnte man den Eindruck bekommen, dass man damit ein Nashorn erschlagen könne.

Ich verstehe schon. Wir wollen vorbereitet sein. Es könnte ja sein, dass wir in einem Fahrstuhl stecken bleiben und dort eine Woche überleben müssen. Oder wir erleben eine Alieninvasion und müssen uns im Büro barrikadieren. Oder worauf möchtest du so vorbereitet sein?

All diese Sachen können schnell einen Ballast darstellen. Sie machen unser Leben schwerer. Wir sollten versuchen, unseren Kopf freizubekommen. Genauso sollten wir auch versuchen, leichter durchs Leben zu gehen. Weniger Dinge mit unser herumzuschleppen, die wir gar nicht brauchen.

Was schleppen wir alles alltäglich mit uns herum? Das unterscheidet sich natürlich stark von Person zu Person. Doch lass uns mal einige typische Dinge anschauen:

  • Smartphone und Kopfhörer
  • Portemonnaie mit Kleingeld, vielen Karten, Belegen, Stempelkarten usw.
  • Schlüssel
  • Uhr
  • Kaffeebecher
  • Laptop mit Ladekabel und Zubehör
  • Körperpflegeprodukte wie Handcreme
  • Kosmetik
  • Hygieneartikel
  • Dokumententasche
  • Bücher
  • Notizbücher und Terminplaner
  • Stifte
  • Mittagessen und Snacks
  • Taschentücher
  • Regenschirm
  • Mütze und Handschuhe (je nach Wetter)
  • Irgendwelche Dinge, die wir in unseren Taschen vergessen haben
  • Rucksack oder Handtasche
  • Sonstige Dinge, die wir mitnehmen

Es kommt schnell eine lange Liste zusammen. Du kannst ja einfach mal schauen, was du alles mit dir herumschleppst. Mir geht es an dieser Stelle nicht darum, dass du unbedingt nur noch ganz wenig mitnehmen sollst. Lieber einen eigenen Kaffeebecher mitnehmen, als sich ständig einen Einwegbecher für den Coffee-to-go zu nutzen. Lieber ein vernünftiges Mittagessen mitnehmen, als etwas Ungesundes unterwegs zu essen. Lieber einige Vorräte Zuhause haben, als nichts Essbares zu haben.

Es geht mir darum, dass wir uns einfach bewusst damit auseinandersetzen. Unsere Taschen nicht einfach wahllos vollstopfen, sondern überlegen, was wir alles brauchen. Wenn wir leichter durch unseren Alltag gehen, können wir Stress reduzieren. Es ist ein Punkt von vielen, der alles ein wenig einfacher macht. So manches Portemonnaie ist vollgestopft bis es kaum noch zugeht. Irgendwelche Belege, Notizen, Stempelkarten, jede Menge Kleingeld und vieles weitere. Das meiste davon brauchen wir im Alltag nicht. Vieles wahrscheinlich niemals. Fang doch einfach mal bei deinem Portemonnaie an und schau, was du aussortieren kannst. Brauchst du alle Karten, die du mit dir rumschleppst? Brauchst du so viel Kleingeld? Was kann alles Zuhause bleiben? Als nächstes kannst du deinen gesamten Rucksack oder deine Handtasche unter die Lupe nehmen.

Teste die Dinge in deinem Leben. Frage dich, ob du die Dinge wirklich brauchst. Schaue, ob du die einzelnen Items im Alltag wirklich nutzt. Wenn du etwas ein paar Tage hintereinander nicht nutzt, überlege, ob du es nicht einfach Zuhause lässt. Du musst nicht immer für alles vorbereitet sein. Vieles kannst du einfach Zuhause griffbereit halten und mitnehmen, wenn du weißt, dass du es brauchst.

Es hat etwas sehr friedliches, so leicht durch die Welt zu gehen. Weniger Ballast, der dich aufhält und ablenkt. So kannst du dich mehr auf deine Umgebung und deine Mitmenschen fokussieren. So schaffst du mehr Platz für Freude und Leichtigkeit.

Organisationswahn

Wie viel Zeit hast du schon damit verbraucht, Dinge zu organisieren?

Wenn wir unsere materiellen Besitztümer aufräumen, müssen wir irgendeine Ordnung reinbringen. Sonst passiert es schnell, dass wir nicht mehr durchsehen. Je mehr wir besitzen, desto einfacher verlieren wir den Überblick. Das gleiche gilt auch für nicht materielle Sachen.

Inzwischen hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die uns beim Organisieren helfen soll. Es gibt unzählige Boxen, Formen und andere Sachen, um Ordnung zu schaffen. Es gibt unzählige Bücher, Magazine, Blogs und Podcasts. Es gibt jede Menge Notebooks und digitale Anwendungen, damit wir unser Leben besser organisieren können. Es gibt sogar professionelle Organisatoren, die uns dabei helfen können.

Das alles mag einem als gut und vielleicht sogar notwendig erscheinen. Natürlich müssen wir unsere Sachen organisieren, oder? Doch müssen wir nicht nur so viel organisieren, weil wir so viel besitzen und tun? Organisieren ist nur notwendig, wenn wir zu viel haben, um das, was wir gerade suchen, schnell zu finden. 

Mit Minimalismus schaffen wir dem Organisieren ein Ende. OK, nicht wirklich. Letztendlich kann man auch mit nur wenigen Sachen im Chaos leben. Doch es macht die ganze Sache unglaublich viel einfacher. Bist du noch nicht überzeugt?

  • Klamotten: Ein Kleiderschrank mit nur wenigen Klamotten muss nicht viel organisiert werden.
  • Aufgaben: Wenn wir sehr viele Sachen zu tun haben, müssen wir uns irgendwie organisieren, damit wir den Überblick behalten. Doch Aufgaben brauchen kein kompliziertes System zur Organisation, wenn wir nur wenige Aufgaben haben. Indem wir uns auf die wichtigen Sachen fokussieren, reduzieren wir die anfallenden Aufgaben.
  • Daten: Mit praktisch unbegrenztem Speicherplatz häufen sich schnell Unmengen an Daten an. Doch oft könnten wir die Datenmenge drastisch reduzieren. Sicherlich gibt es sehr viel, was du nie nutzen wirst. Außerdem können wir ein sehr simples System schaffen und die Suchfunktion nutzen. Das klappt mit Google ja auch recht zuverlässig.
  • Schmuck: Wir können einfach nur wenige Schmuckstücke besitzen, die wir auch wirklich gerne tragen. Das vereinfacht auch die Entscheidungsfindung. So brauchen wir weniger Platz zur Aufbewahrung und müssen nichts organisieren.
  • Spielsachen: Chaos bei den Spielsachen scheint eine unausweichliche Gegebenheit zu sein. Doch brauchen Kinder wirklich so viele Spielsachen? Lieber weniger und dafür wirklich tolle Dinge. Wie wäre es mit einem Deal? Wenn ein neues Spielzeug hinzukommt, muss ein altes gehen.

Wie gesagt, es ist nicht so, dass Minimalisten nichts organisieren. Viele Sachen müssen weiterhin organisiert werden. Doch es ist deutlich einfacher und effektiver. Vermeide zu komplexe Systeme und versuche, Sachen möglichst einfach zu gestalten.

Wie wäre es, wenn wir das Aussortieren als wesentlichen Bestandteil vom Organisieren sehen würden? Lass uns dem Organisationswahn ein Ende bereiten. Mit weniger gehen wir besser durch die Welt.

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