Wir sind unseren Emotionen nicht ausgeliefert

Es liegt an uns, was wir spüren. Was wir fühlen. Wie wir reagieren. Nur wir sind dafür verantwortlich. Es ist unsere subjektive Wahrnehmung. Wir sind der Schmied unseres eigenen Glücks – ebenso unseres Leids.

Auf einem abstrakten Niveau lässt sich das verstehen. Doch es zu leben, gelingt den Wenigsten. Jemandem, der zutiefst traurig ist, zu sagen, er sei selbst für seine Gefühle verantwortlich, ist wohl nicht so hilfreich. Wie also gehen wir damit um? Schließlich wollen Philosophien und Konzepte nicht nur verstanden, sondern auch gelebt werden.

Meiner Erfahrung nach sollte man sich einfach nicht zu sehr versteifen. Nicht zu sehr an diesem Konzept hängen. Es geht nicht darum, die volle Kontrolle zu behalten. Immer total bewusst zu sein. Auch wenn es ein vages Ziel sein kann, so sollte es wohl nicht der Anfang sein. Satt zu versuchen, sich einer Idee entsprechend zu verhalten, könnten wir praktisch anfangen. Wir können versuchen, uns immer wieder bewusst zu werden, dass wir Einfluss auf unsere Emotionen haben.

Indem wir klein und einfach anfangen, machen wir es greifbar und erlebbar. Wir müssen nicht unsere Emotionen kontrollieren. Für viele ist das weder erstrebenswert noch machbar. Stattdessen können wir einfach anfangen, unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Augenblick – dem Jetzt? Dabei geht es nicht darum, uns von negativen Emotionen abzulenken. Vielmehr gilt es zu spüren und erleben, was ist. Gelingt uns das, wenn auch nur ein wenig, so werden wir merken, dass wir immer weniger unseren Emotionen ausgesetzt sind. Dass es wirklich an uns liegt, was wir fühlen und wie wir handeln.

>