Was ist Minimalismus?

Was ist dieses Minimalismus? Und ist es die Lösung für all unsere Probleme? Und wenn nicht, wofür ist es dann bitte gut?

Und natürlich ist es das. Minimalismus löst die meisten unserer Probleme. Du musst einfach nur weniger als 100 Sachen besitzen, hast kein Auto, kein Haus, keinen normalen Job und lebst ohne Kinder irgendwo auf einer tropischen Insel. Dann bist du ein Minimalist.

Natürlich ist das Quatsch! Also, was ist Minimalismus dann? Ich mag die Erklärung von TheMinimalists: »Minimalismus ist ein Werkzeug, das dir helfen kann, Freiheit zu finden. Freiheit von Angst. Freiheit von Sorgen. Freiheit von Überwältigung. Freiheit von Schuld. Freiheit von Depressionen. Freiheit von den Einflüssen der Konsumkultur, um die wir unser Leben aufgebaut haben. Wahre Freiheit.«

Sie gehen noch weiter: »Minimalismus ist ein Mittel, um sich vom Überfluss des Lebens zu befreien und sich auf das Wesentliche zu fokussieren – damit man Glück, Erfüllung und Freiheit finden kann.« Minimalisten geht es also um Glück, Erfüllung und Freiheit. Daher fokussieren sie sich auf die Sachen, die ihnen helfen, dies zu erreichen. Also die wesentlichen Dinge. Alles, was einen davon abhält, glücklicher, erfüllter und freier zu leben, wird eliminiert. Das ist es auch, was ich unter Minimalismus verstehe – auch wenn ich teilweise den Begriff Essentialismus treffender finde. 

Beim Minimalismus geht es also um deutlich mehr, als einfach wenig materielle Dinge zu besitzen. Auch wenn das für viele einen wichtigen Aspekt ausmacht. Doch am Ende entscheidest du, wie du leben möchtest. Und genau darum geht es: bewusst dein Leben zu gestalten.

Du kannst also Kinder haben. Du kannst Modelleisenbahnen oder Briefmarken sammeln. Du kannst einen ”normalen“ Job haben und musst keinen Blog starten. Du kannst auch deutlich mehr als 100 Sachen haben. Du kannst bestimmen, was Minimalismus für dich bedeutet – solange es dir hilft.

Wichtiger als das »Was« ist eigentlich das »Warum«. Lass uns mal schauen, wobei Minimalismus einen unterstützen kann: • Überflüssiges Zeug loszuwerden • Unzufriedenheit zu reduzieren • Überforderung und Stress entgegenzuwirken • Bedeutung im eigenen Leben zu entdecken • Die eigene Gesundheit wichtig zu nehmen • Zeit zurückzugewinnen bzw. wieder die Kontrolle darüber • Achtsamer zu sein und im Moment zu leben • Leidenschaften zu verfolgen • Wahre Freiheit zu erleben • Mehr zu kreieren und überhaupt Kreativität zu leben • Weniger zu konsumieren • Seine Mission zu entdecken und zu verfolgen • Heute nicht für irgendwann zu opfern • Als Mensch zu wachsen • Einen Beitrag über sich selbst hinaus zu leisten • Sich auf Menschen und nicht auf Zeugs zu fokussieren

Sind das nicht Sachen, die wir eigentlich alle wollen? Wollen wir nicht alle glücklich sein? Minimalisten suchen Glück vor allem nicht durch Zeug bzw. materielle Dinge. Doch das bedeutet nicht, dass man keine nutzt oder sie nicht wertschätzt. Ganz im Gegenteil: Ja, Minimalisten haben oft weniger Sachen. Diese mögen sie jedoch sehr und haben sie gerne in ihrem Leben. Es liegt an dir herauszufinden, was für dich nötig, was überflüssig und was negativ ist.

Minimalismus ist eine moderne Antwort auf Probleme unseres modernen Lebens. Doch letztendlich sind sehr viele Weisheiten und Ideen von alten Religionen und Philosophien enthalten. Im Kern ist es also absolut nichts Neues. Und trotzdem kann die Entscheidung, ein Minimalist zu werden, eine der besten deines Lebens sein.

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