Tools

Tools können uns das Leben unglaublich erleichtern. Schon immer haben sie eine wichtige Rolle in der Geschichte der Menschheit eingenommen. Es waren erst die richtigen Werkzeuge, die unser erlaubten, über unsere eigenen Fähigkeiten hinauszuwachsen.

Nichtsdestotrotz sind diese Tools für sich alleine wertlos. Erst durch die richtige Nutzung können sie ihr Potenzial enthalten. Dabei liegt es an uns, wie wir diese Werkzeuge nutzen. Wir können ein Messer nutzen, um leckere Mahlzeiten zuzubereiten. Oder um damit andere Menschen zu verletzen. Wir können Farbe nutzen, um Gemälde zu malen. Oder um die nächste S-Bahn zu beschmutzen. Wir können Plastik nutzen, um damit günstig wichtige Teile für leistungsfähigere Tools zu bauen. Oder wir können damit unsere Umwelt verschmutzen.

Es ist nicht anders mit Technologie. Es kommt immer stark darauf an, wie wir diese nutzen. Wir haben Einfluss darauf, ob wir unsere Leben damit besser oder schlechter machen. Ob wir damit produktiv oder beschäftigt sind.

Wir können uns über Social Media verbinden und Erfahrungen austauschen. Unsere Leben gegenseitig bereichern. Wir können YouTube nutzen, um Sprachen und neue Fähigkeiten zu lernen. Oder wir können in Statusmeldungen untergehen. Uns vor dem leuchtenden Bildschirm im Feed verlieren.

Wir können Smartphones nutzen, um besondere Momente festzuhalten. Schnell Fakten zu recherchieren. Wegbeschreibungen zu erhalten. Geliebten zu schreiben. Sogar Menschen anzurufen.

Oder wir können unser Leben von diesem kleinen Gerät diktieren lassen. Ständig am Piepen und Brummen. E-Mails rund um die Uhr checken. Mit 20 Leuten gleichzeitig schreiben. Das 15. Selfie an einem Tag machen.

Es liegt an uns, wie wir unsere Tools nutzen. Es ist irgendwie ironisch: Heutzutage müssen wir die Funktionsfähigkeit unserer Tools einschränken, damit wir damit wirklich produktiv sind.

Es gibt Anwendungen, die uns helfen, bestimmte Websites für begrenzte Zeit unerreichbar zu machen. Oder sogar das Internet kurzzeitig komplett unzugänglich zu machen. Software ist teilweise so umfangreich, dass wir die einfachen Dinge nicht mehr vernünftig tun können. Ständig und überall lauert Ablenkung. Ungestört und fokussiert an einer Sache arbeiten zu können, ist zum Luxus geworden. Es ist eine Seltenheit. Immer weniger haben wir die Möglichkeit oder nehmen sie uns. Inzwischen ist kaum jemand dazu noch in der Lage. Lasst uns unsere Tools wieder zu hilfreichen Werkzeugen machen. Lasst uns mit unseren Tools Mehrwert schaffen. Lasst uns unsere Tools ab und zu abschalten, damit wir uns besinnen können, was wir eigentlich mit ihnen machen wollen.

Man könnte auf die Idee kommen, dass diese Tools gar nicht mehr für uns gemacht sind. Natürlich, sie sollen unser Leben bereichern. Doch oft dienen sie in erster Linie ihrem Erzeuger.

Unsere Tools sind so mächtig wie noch nie zuvor. Jeder von uns hat enorme Möglichkeiten, wie sie es noch nie zuvor gab. Diese mächtigen Tools stehen praktisch jedem zur Verfügung. Und doch sollten wir uns wundern, wie unglaublich wenig wir teilweise erledigt bekommen. Klar, wir tun viel mit diesen Tools. Doch bringen wir damit die wirklich wichtigen Sachen voran? Nutzen wir ihr Potenzial? Nutzen wir diese Tools, um die Welt besser zu machen? Denn das können wir.

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