Minimalismus

Neuigkeiten

Viele von uns haben einen starken Drang, ständig auf dem Laufenden zu sein. Wir müssen immer wissen, was gerade in der Welt passiert. Was die Nachrichten sagen. Wie das letzte Fußballspiel ausgegangen ist. Was unsere Freunde gerade machen. Lass uns ehrlich sein: Viele sind Nachrichtensüchtige. Junkies. Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick.

Möglichkeiten gibt es unzählige: Spiegel, T-Online, ARD, Instagram, Facebook, Twitter, Fernsehen, Blogs, Podcasts usw. Unzählige Stunden verbringen wir damit, diese Plattformen nach Neuigkeiten zu durchforsten. Doch warum tun wir das überhaupt? Warum geben wir diesen Plattformen so viel Kontrolle über unser Leben? Warum können wir uns nicht davon befreien? Tatsächlich können wir das. Sehr viele Menschen haben es bereits getan. Und du kannst es auch. Es hilft, wenn wir besser verstehen, was eigentlich abläuft. Lass uns einige Aspekte genauer anschauen.

Diese Medien machen uns wirklich süchtig

Wenn wir von Junkies reden, ist es keine Übertreibung. Social Media Plattformen sind explizit so designt, dass sie uns abhängig machen. Sie nutzen die gleichen Mechanismen, wie sie beim Glücksspiel angewendet werden.

Angst

Werden wir von Angst getrieben? Der Angst, dass wir etwas verpassen? Steckt dahinter vielleicht ein riesiges Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit? Sind es diese Bedürfnisse, die uns verleiten, bestimmte Verhaltensweisen immer und immer wieder zu wiederholen?

Wie haben Angst, etwas Wichtiges zu verpassen.

Wir haben Angst, dass uns eine Gelegenheit entgeht.

Wir haben Angst, dass wir von Unheil überrascht werden.

Doch sind diese Ängste begründet?

Verpassen wir wirklich etwas Wichtiges und stehen im Nachhinein doof oder ignorant da? Theoretisch kann das sein. Doch es ist wohl nicht so, dass wir dadurch riskieren, irgendwie aus unseren Stamm verbannt zu werden. Unsere Lebensgrundlage wird dadurch nicht bedroht sein. Vielleicht stehen wir mal etwas doof da, weil wir nicht wissen, was gerade so passiert. Na und? Wenn wir aus solchen Gründen schlecht behandelt werden, sollten wir ernsthaft überdenken, ob wir mit solchen Menschen Zeit verbringen wollen.

Verpassen wir wirklich eine Gelegenheit? Sicherlich werden wir das. Ständig entgehen uns Sachen. Doch die wirklich guten Gelegenheiten werden wir wohl nicht verpassen, weil wir nicht auf dem Laufenden sind. Ganz im Gegenteil: Solche Gelegenheiten kommen zu uns, wenn wir uns auf die wichtigen Dinge fokussieren.

Gehen wir das Risiko ein, dass wir von Unheil überrascht werden? Theoretisch könnte auch das sein. Doch vor wie viel Unheil wurdest du in den letzten Jahren bewahrt? Großes Unheil bekommst du auch so mit, wenn du einigermaßen regelmäßig mit anderen Menschen redest. Es ist ja nicht so, dass ständig irgendwelche Katastrophen passieren, die du nur abwenden kannst, wenn du einen bestimmen Geheimcode hast.

Wenn wir unsere Ängste näher beleuchten, stellt sich heraus, dass sie keine wirkliche Grundlage haben. Vielleicht waren sie früher relevant. Heutzutage können sie uns eher behindert, als wirklich helfen.

Die Plattformen dienen nicht uns

Social Media Plattformen leben von unserer Aufmerksamkeit. Um genauer zu sein: Sie verkaufen unsere Aufmerksamkeit. Wir sind nicht ihre Kunden. Wir sind ihr Produkt. Es liegt in der Natur dieser Plattformen, dass sie im Eigeninteresse agieren. Das müsste so nicht sein. Sicherlich gibt es auch einige Ausnahmen. Doch im Großen und Ganzen ist das oberste Interesse dieser Plattformen nicht unser Leben zu verbessern.

Doch was fangen wir mit diesen Erkenntnissen an? Wichtig ist die Situation erstmal zu erkennen und zu akzeptieren. Wir haben bestimmte Gewohnheiten entwickelt, die nicht unbedingt förderlich für uns sind. Wir versuchen Bedürfnisse zu befrieden, die von den Plattformen ausgenutzt werden. Auch wenn es nicht einfach ist, liegt es an uns, wie wir diese Plattformen nutzen.

Wir können lernen, dass wir nicht immer auf den Laufenden sein müssen. Tatsächlich sind wir besser dran, wenn wir es gar nicht versuchen. Widerstehe diesem Drang. Fokussiere dich stattdessen auf Sachen, die dein Leben besser machen.

Eine Möglichkeit damit umzugehen, ist generell deutlich weniger Informationen aufzunehmen. Nicht einfach impulsartig alles, was uns begegnet. Wenn wir bewusster Informationen in unser Leben lassen, kann uns dies deutlich mehr Freiheit und Leichtigkeit bringen.

Denkst du, dass du davon profitieren würdest? Doch du spürst weiterhin einen Widerstand? Wie wäre es, wenn du es einfach mal ausprobierst? Versuche für einen Tag nicht auf dem Laufenden zu bleiben. Schau, was passiert. Anschließend kannst du alles nachholen. Dann verlängerst du die Zeit einfach immer ein bisschen mehr. Es gibt viele Menschen, die seit Jahren komplett so leben. Und es geht ihnen gut. In der Tat ist es eine Gewohnheit, die man bei vielen erfolgreichen Menschen finden. Sie sind so einfach produktiver, da sie sich auf die relevanten Dinge fokussieren können.

Auch dir steht dieser Weg offen. Widerstehe dem Drang, auf dem Laufenden zu bleiben. Schalte einfach öfter mal ab.

Mit leichten Taschen durch den Alltag

Wir Menschen tragen jede Menge Ballst mit uns herum. Unser Kopf ist voller Sorgen und Aufgaben. Daher ist es so wichtig, dass wir unseren Kopf frei bekommen. Die Sachen aus unserem Kopf herausbekommen, indem wir sie niederschreiben.
Regelmäßiges Journaling und ein gutes System zur Verwaltung unserer Aufgaben helfen uns dabei. So können wir uns besser konzentrieren und kreativer sein.

Doch wir tragen nicht nur mentalen Ballast alltäglich mit uns herum. In Beuteln, Taschen oder Säcken schleppen wir oft Unmengen an Dingen durch unseren Alltag. Bei manch einer Handtasche könnte man den Eindruck bekommen, dass man damit ein Nashorn erschlagen könne.

Ich verstehe schon. Wir wollen vorbereitet sein. Es könnte ja sein, dass wir in einem Fahrstuhl stecken bleiben und dort eine Woche überleben müssen. Oder wir erleben eine Alieninvasion und müssen uns im Büro barrikadieren. Oder worauf möchtest du so vorbereitet sein?

All diese Sachen können schnell einen Ballast darstellen. Sie machen unser Leben schwerer. Wir sollten versuchen, unseren Kopf freizubekommen. Genauso sollten wir auch versuchen, leichter durchs Leben zu gehen. Weniger Dinge mit unser herumzuschleppen, die wir gar nicht brauchen.

Was schleppen wir alles alltäglich mit uns herum? Das unterscheidet sich natürlich stark von Person zu Person. Doch lass uns mal einige typische Dinge anschauen:

  • Smartphone und Kopfhörer
  • Portemonnaie mit Kleingeld, vielen Karten, Belegen, Stempelkarten usw.
  • Schlüssel
  • Uhr
  • Kaffeebecher
  • Laptop mit Ladekabel und Zubehör
  • Körperpflegeprodukte wie Handcreme
  • Kosmetik
  • Hygieneartikel
  • Dokumententasche
  • Bücher
  • Notizbücher und Terminplaner
  • Stifte
  • Mittagessen und Snacks
  • Taschentücher
  • Regenschirm
  • Mütze und Handschuhe (je nach Wetter)
  • Irgendwelche Dinge, die wir in unseren Taschen vergessen haben
  • Rucksack oder Handtasche
  • Sonstige Dinge, die wir mitnehmen

Es kommt schnell eine lange Liste zusammen. Du kannst ja einfach mal schauen, was du alles mit dir herumschleppst. Mir geht es an dieser Stelle nicht darum, dass du unbedingt nur noch ganz wenig mitnehmen sollst. Lieber einen eigenen Kaffeebecher mitnehmen, als sich ständig einen Einwegbecher für den Coffee-to-go zu nutzen. Lieber ein vernünftiges Mittagessen mitnehmen, als etwas Ungesundes unterwegs zu essen. Lieber einige Vorräte Zuhause haben, als nichts Essbares zu haben.

Es geht mir darum, dass wir uns einfach bewusst damit auseinandersetzen. Unsere Taschen nicht einfach wahllos vollstopfen, sondern überlegen, was wir alles brauchen. Wenn wir leichter durch unseren Alltag gehen, können wir Stress reduzieren. Es ist ein Punkt von vielen, der alles ein wenig einfacher macht. So manches Portemonnaie ist vollgestopft bis es kaum noch zugeht. Irgendwelche Belege, Notizen, Stempelkarten, jede Menge Kleingeld und vieles weitere. Das meiste davon brauchen wir im Alltag nicht. Vieles wahrscheinlich niemals. Fang doch einfach mal bei deinem Portemonnaie an und schau, was du aussortieren kannst. Brauchst du alle Karten, die du mit dir rumschleppst? Brauchst du so viel Kleingeld? Was kann alles Zuhause bleiben? Als nächstes kannst du deinen gesamten Rucksack oder deine Handtasche unter die Lupe nehmen.

Teste die Dinge in deinem Leben. Frage dich, ob du die Dinge wirklich brauchst. Schaue, ob du die einzelnen Items im Alltag wirklich nutzt. Wenn du etwas ein paar Tage hintereinander nicht nutzt, überlege, ob du es nicht einfach Zuhause lässt. Du musst nicht immer für alles vorbereitet sein. Vieles kannst du einfach Zuhause griffbereit halten und mitnehmen, wenn du weißt, dass du es brauchst.

Es hat etwas sehr friedliches, so leicht durch die Welt zu gehen. Weniger Ballast, der dich aufhält und ablenkt. So kannst du dich mehr auf deine Umgebung und deine Mitmenschen fokussieren. So schaffst du mehr Platz für Freude und Leichtigkeit.

Organisationswahn

Wie viel Zeit hast du schon damit verbraucht, Dinge zu organisieren?

Wenn wir unsere materiellen Besitztümer aufräumen, müssen wir irgendeine Ordnung reinbringen. Sonst passiert es schnell, dass wir nicht mehr durchsehen. Je mehr wir besitzen, desto einfacher verlieren wir den Überblick. Das gleiche gilt auch für nicht materielle Sachen.

Inzwischen hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die uns beim Organisieren helfen soll. Es gibt unzählige Boxen, Formen und andere Sachen, um Ordnung zu schaffen. Es gibt unzählige Bücher, Magazine, Blogs und Podcasts. Es gibt jede Menge Notebooks und digitale Anwendungen, damit wir unser Leben besser organisieren können. Es gibt sogar professionelle Organisatoren, die uns dabei helfen können.

Das alles mag einem als gut und vielleicht sogar notwendig erscheinen. Natürlich müssen wir unsere Sachen organisieren, oder? Doch müssen wir nicht nur so viel organisieren, weil wir so viel besitzen und tun? Organisieren ist nur notwendig, wenn wir zu viel haben, um das, was wir gerade suchen, schnell zu finden. 

Mit Minimalismus schaffen wir dem Organisieren ein Ende. OK, nicht wirklich. Letztendlich kann man auch mit nur wenigen Sachen im Chaos leben. Doch es macht die ganze Sache unglaublich viel einfacher. Bist du noch nicht überzeugt?

  • Klamotten: Ein Kleiderschrank mit nur wenigen Klamotten muss nicht viel organisiert werden.
  • Aufgaben: Wenn wir sehr viele Sachen zu tun haben, müssen wir uns irgendwie organisieren, damit wir den Überblick behalten. Doch Aufgaben brauchen kein kompliziertes System zur Organisation, wenn wir nur wenige Aufgaben haben. Indem wir uns auf die wichtigen Sachen fokussieren, reduzieren wir die anfallenden Aufgaben.
  • Daten: Mit praktisch unbegrenztem Speicherplatz häufen sich schnell Unmengen an Daten an. Doch oft könnten wir die Datenmenge drastisch reduzieren. Sicherlich gibt es sehr viel, was du nie nutzen wirst. Außerdem können wir ein sehr simples System schaffen und die Suchfunktion nutzen. Das klappt mit Google ja auch recht zuverlässig.
  • Schmuck: Wir können einfach nur wenige Schmuckstücke besitzen, die wir auch wirklich gerne tragen. Das vereinfacht auch die Entscheidungsfindung. So brauchen wir weniger Platz zur Aufbewahrung und müssen nichts organisieren.
  • Spielsachen: Chaos bei den Spielsachen scheint eine unausweichliche Gegebenheit zu sein. Doch brauchen Kinder wirklich so viele Spielsachen? Lieber weniger und dafür wirklich tolle Dinge. Wie wäre es mit einem Deal? Wenn ein neues Spielzeug hinzukommt, muss ein altes gehen.

Wie gesagt, es ist nicht so, dass Minimalisten nichts organisieren. Viele Sachen müssen weiterhin organisiert werden. Doch es ist deutlich einfacher und effektiver. Vermeide zu komplexe Systeme und versuche, Sachen möglichst einfach zu gestalten.

Wie wäre es, wenn wir das Aussortieren als wesentlichen Bestandteil vom Organisieren sehen würden? Lass uns dem Organisationswahn ein Ende bereiten. Mit weniger gehen wir besser durch die Welt.

Leichter durch die Welt gehen

Ich rede viel darüber, dass wir unser Leben gestalten können. Dass wir bewusst und aktiv unsere Umgebung gestalten können. Uns damit gute Vorraussetzungen schaffen. Doch ich kann nicht genug betonen, dass wir das mit Bedacht tun sollten. Wir haben Einfluss auf unsere Umgebung und umgekehrt funktioniert es genauso. Daher ist es wichtig, dass wir im Einklang mit unserer Um- und Mitwelt leben.

Im Laufe der Jahrhunderte haben wir das immer mehr vergessen. Wir berauben die Erde ihrer natürlichen Ressourcen. Holzen Wälder ab. Vergiften Gewässer und Ozeane. Machen unsere eigenen Felder unfruchtbar. Verunreinigen die Luft. Das ist nichts Neues. Und trotzdem tun wir es weiter.

Wenn es darum geht, unsere Umgebung und auch unser Leben zu gestalten, so sollten wir es mit Bedacht tun. Wir sollten ganzheitlich denken. Vor allem nicht kurzfristig. Was ist die Lösung? Nur noch biologische Produkte? Ein Elektroauto? Alles Recyceln? Ja, lass uns das machen. Doch das wird unsere Umweltprobleme nicht lösen. Lass uns vor allem leichter durchs Leben gehen.

Minimalismus hat sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Schließlich geht es darum, weniger Ressourcen zu nutzen. Natürlich ist es wertvoll zu schauen, wie wir Produkte umweltfreundlicher herstellen, verwerten und auch wieder entsorgen können. Doch noch umweltfreundlicher ist es, von Anfang an weniger Ressourcen zu nutzen. Das bedeutet nicht, dass wir auf alles verzichten müssen. Davon sind wir weit entfernt. Lasst uns einfach bewusster leben.

So gehst du leichter durchs Leben

Hier hast du ein paar Anregungen, wie du nachhaltiger und minimalistischer Leben kannst.

Kaufe weniger Dinge

Es ist offensichtlich und ich wiederhole mich mit diesem Punkt. Das ändert jedoch nichts daran, dass es so unglaublich wichtig ist.

Qualitativ hochwertige Produkte

Qualitativ hochwertige Produkte haben meist eine deutlich höhere Lebenserwartung. Statt viele günstige Dinge zu haben, können wir einfach weniger wirklich gute Dinge haben. Das gilt vor allem für Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände. Auch unsere Ernährung könnten wir so verbessern.

Iss weniger

Die meisten Menschen in der westlichen Welt essen zu viel. Das wirkt sich negativ auf ihre Gesundheit aus. Gleichzeitig auf die Gesundheit der Erde. Wenn wir bedarfsgemäß essen, tun wir damit uns und der Erde etwas Gutes.

Weniger Fleisch

Um tierische Produkte herzustellen, brauchen wir deutlich mehr Ressourcen als für pflanzliche Produkte. Wir können Fleisch nicht in den riesigen Mengen nachhaltig produzieren, um unseren momentan Bedarf zu decken. Massentierhaltung ist weder für uns, die Tiere noch für die Umwelt gut.

Plastikverpackungen

Inzwischen gibt es viele Alternativen zu Plastikverpackungen. Wenn wir überwiegend unverarbeitete Lebensmittel als Basis unserer Ernährung nehmen, brauchen wir kaum Verpackungen. Gemüse kann problemlos in einem Stoffbeutel transportiert werden. Weniger Produkte führen fast automatisch zu weniger Verpackung.

Fahre weniger

Nimm das Fahrrad. Geh zu Fuß. Nutze die öffentlichen Verkehrsmittel. Beweg dich mehr in deiner unmittelbaren Umgebung. Oft gibt es gute lokale Alternativen. Bleib gelegentlich einfach mal zu Hause.

Kleineres Haus

Wenn du weniger Dinge hast, brauchst du weniger Platz. So muss du weniger heizen. Für den Bau werden weniger Ressourcen genutzt. Weniger muss repariert werden. 

Heizen und Kühlen

Wir brauchen nicht immer 20°C Raumtemperatur. Statt die Heizung aufzudrehen, kannst du dir erstmal einen Pullover anziehen. Im Sommer müssen wir im Auto nicht immer gleich die Klimaanlage anschalten. Vor allem nicht für kurze Wege.

Das waren nur einige Anregungen. Sicherlich findest du noch viele weitere Sachen, die du umsetzen kannst. Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten. Stattdessen bewusst das eigene Verhalten zu hinterfragen. Wenn wir unser Leben und unsere Umgebung gestalten, sollten wir ganzheitlich und langfristig denken. Lass uns leichter durch die Welt gehen.

Was ist Minimalismus? Nr. 2

Es gibt keine feste Definition, was Minimalismus ist. Es ist natürlich trotzdem hilfreich, zu erfahren, was andere darunter verstehen und wie sie Minimalismus leben. Also lass uns schauen, was Minimalismus so alles ist.

Das ist Minimalismus…

Minimalismus ist weniger

Weniger materielle Dinge. Weniger Ablenkung. Weniger Stress. Weniger Verpflichtungen. Weniger Lärm. Weniger Gerümpel. Weniger Beschäftigung. Weniger Zwänge.

Minimalismus ist mehr

Mehr Freiheit. Mehr Bedeutung. Mehr Erfüllung. Mehr Glück. Mehr Zeit. Mehr Fokus. Mehr Frieden. Mehr Stille.

Minimalismus ist Bewusstheit

Es geht darum, sein Leben bewusst zu gestalten. Bewusst Dinge ins Leben zu lassen. Bewusst seine Ziele und Träume zu verfolgen. Minimalisten beschäftigen sich viel mit der Frage, was ihnen wirklich wichtig ist. Dann verhalten sie sich entsprechend. Nicht wichtige Sachen werden eliminiert.

Minimalismus ist Freiheit

Es geht darum, Verpflichtungen und Ballast zu reduzieren. Viele Sachen, die andere als völlig normal sehen, schränken uns unnötigerweise ein. Minimalisten hinterfragen fertige Lebensentwürfe. Sie nehmen nicht einfach blind Sachen an. So können sie ihr Leben selbst gestalten. So können sie mehr Freiheit erlangen.

Minimalismus ist Individualität

So viele Menschen meinen, ihnen sei Individualität wichtig. Und trotzdem leben sie ein Leben, das von anderen vorgegeben wird. Machen, was andere machen. Kaufen, was andere kaufen. Konsumieren, was andere konsumieren. Minimalisten lehnen das nicht grundsätzlich ab. Doch sie machen, was sie selbst für richtig halten. Sie leben ein Leben nach ihren Vorstellungen.

Minimalismus ist Klarheit

Keine Klarheit, keine Reduktion. Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, sagen wir schnell zu allem Ja. Wir können uns nur für die wichtigen Sachen entscheiden, wenn wir wissen, was diese sind. Dafür brauchen wir Klarheit. Klarheit gibt uns Orientierung. Was wir im Leben wollen. Was wir nicht wollen. Wie wir durchs Leben gehen.

Minimalismus ist dein Leben

Im Leben eines Minimalisten ist jeder Tag gleich. Nicht weil sie immer das gleiche tun. Sondern weil jeder Tag ein Tag ihres Lebens ist. Montag morgen ist wie Freitag Abend und auch wie Sonntag mittag. Jeden Tag leben sie ihr Leben nach ihren Vorstellungen. Kein falsches Spiel. Niemandem etwas vormachen. Keine Maske, die man am Abend abnimmt. 100% dein Leben.

Minimalismus ist ganzheitlich

Es geht nicht darum, einfach nur nur wenig Sachen zu haben. Letztendlich geht es niemals darum, etwas zu tun, einfach um etwas zu tun. Alles hat Sinn und Bedeutung. Es geht darum, unsere äußere Welt ebenso wie unsere innere zu gestalten. Es ist ein Leben im Einklang mit unseren Bedürfnissen und Werten. Im Einklang mit unserer Umwelt und Mitwelt.

Minimalismus ist für jeden machbar

Lass dich nicht von irgendwelchen Storys einschüchtern. Du musst dich nicht als Minimalisten bezeichnen, um von diesem Lebensstil zu profitieren. Egal in welcher Situation du dich befindest, jeder kann Minimalismus irgendwie umsetzen. Wenn etwas vom Minimalismus mit dir resoniert, dann kannst du es einfach in dein Leben integrieren. Mach es passend für dich. Nicht andersherum.

Das ist Minimalismus. Zumindest für mich. Was beutet Minimalismus für dich?

Wie du dein Leben entrümpelst

Alleine die Idee, das eigene Leben zu entrümpeln, kann überfordernd sein. Wo fängst du an? Wie sollst du das nur schaffen? Und was ist, wenn du es nicht schaffst? Ist das überhaupt das Richtige für dich? Musst du nicht auf so viel verzichten? Eigentlich ist es momentan doch gar nicht so schlimm.

Es wäre überaus schade, wenn du dich von solchen Gedanken abhalten lassen würdest. Das eigene Leben zu entrümpeln, ist sicherlich nicht immer so einfach. Dann musst du kreativ werden und gute Wege finden. Lass uns schauen, wie du anfangen kannst.

Starte in ganz kleinen Schritten

Fange mit nur 5 Minuten an. Statt dich sofort an die großen Themen zu machen, kannst du mit winzigen Sachen anfangen. 5 Minuten hat jeder. Kleine Schritte erscheinen dann auch nicht mehr so groß, oder? Wenn du täglich nur wenige Minuten investierst, kannst du schnell große Veränderung bewirken.

Erstelle dir eine Entrümplungsliste

Ohne Orientierung ist jeder Anfang schwer. Erstelle dir eine Liste mit allen Bereichen, die du entrümpeln möchtest. Kleiderschrank, Küchenschränke, Box unterm Bett, Rucksack, Porte­mon­naie usw. Mit dieser Liste hast du sofort einen Überblick, was du als nächstes angehen kannst. 

Besuche dich selbst

Stell dir vor, du kommst zum ersten Mal in deine Wohnung. Was würde dir auffallen? Was würde dich stören? Was würdest du dir wünschen? Besuche dich selbst und mache dir dabei Notizen. Bestimmte Sachen fallen uns in unseren eigenen 4 Wänden nicht mehr auf. Schließlich sind sie schon normal geworden. Indem du in eine andere Rolle schlüpfst, kannst du eine andere Perspektive bekommen.

Lade Freunde ein

Das hört sich vielleicht komisch. Doch warum lädst du nicht einfach ein paar Freunde ein, die dir beim Entrümpeln helfen? Mach etwas leckeres zu essen. Hört Musik dabei. Unterhaltet euch. Gemeinsam kann das Ganze richtig Spaß machen. Vielleicht freut sich auch einer deiner Freunde über ein Kleidungsstück, dass du nicht mehr trägst.

Gib täglich 1 Sache weg

Das ist wieder eine gute Möglichkeit, sehr klein zu beginnen. Wenn du es 1 Jahr durchziehst, hast du am Ende des Jahres 365 Dinge weggegeben. So kannst du dich darin üben, Dinge loszulassen. Wenn du willst, kannst du die Zahl natürlich auch erhöhen.

Fülle einen Umzugskarton

Setze dir als Ziel, einen kompletten Umzugskarton mit Sachen zu füllen, die du spendest. Anfangs kommt dir der Karton vielleicht sehr groß vor. Doch du wirst überrascht sein, wie schnell er sich füllt.

Starte eine Verkaufsaktion

Versuche möglichst viele ungenutzt Dinge zu verkaufen. So kann sich jemand anderes, an diesen Dingen erfreuen. Gleichzeitig kannst du dir ein kleines Taschengeld holen. Teilweise kann auch schnell eine größere Summe zusammenkommen. Ebay-Kleinanzeigen und ähnliche Plattformen machen den Prozess sehr einfach. Für viele ist es sehr motivierend, wenn sie für ihre Sachen auch noch etwas Geld bekommen. So wird das Entrümpeln richtig leicht.

Spende alle ungenutzten Klamotten

Sicherlich hast du einige Klamotten, die du nie trägst. Trenne dich von ihnen. Wenn du es nicht sofort übers Herz bringst, kannst du sie erstmal in ein Karton tun. Alles was du nach einigen Monaten immer noch nicht getragen hast, kommt weg.

Die 12–12–12 Herausforderung

Identifiziere 12 Dinge, die du wegschmeißt. Identifiziere 12 Dinge, die du verschenkst. Identifiziere 12 Dinge, die du ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgibst.

Vorher und nachher Fotos

Solche Fotos werden oft beim Abnehmen gemacht. Sie dienen zur Motivation, indem man den eigenen Fortschritt besser sieht. Warum nicht solche Fotos zur Entrümplung nutzen? Mache einfach ein Foto von einem kleinen Bereich, den du entrümpeln möchtest. Dann mach dich ans Werk. Anschließend machst du vom gleichen Bereich – nur aufgeräumt – wieder ein Foto. Solche Vorher und nachher Fotos motivieren dich, weiterzumachen. Du bekommst ein Bild davon, wie anders alles aussehen könnte.

Auszeit

Gibt doch einfach mal einigen Dingen eine Auszeit. Räume einige Dinge in eine Kiste und stelle sie für eine gewisse Zeit weit weg. So kannst du herausfinden, wie es ist, ohne diese Sachen zu leben. Du gönnst dir also eine Auszeit von diesen Sachen. Da du sie nicht gleich weggibst, ist die Hürde deutlich niedriger. Es ist ja nur für eine gewisse Zeit. Anschließend kannst du entscheiden, ob du sie behalten oder endgültig weggeben möchtest.

Es ist egal, wie du beginnst. Hauptsache du beginnst. Du kannst einige dieser Taktiken nutzen oder deine eigenen finden. Überwinde den inneren Wiederstand. Es erwartet dich so viel Freiheit und Leichtigkeit, wenn du dein Leben entrümpelst. Wer weiß, was du alles entdeckst – in deinen Räumen und in dir.

Warum du dein Leben entrümpeln solltest

Die Idee von einem simplen Leben gefällt vielen Menschen sehr gut. Es hört sich sehr attraktiv an, leichter durchs Leben zu gehen. Doch schnell kommen Überforderung, Stress und Angst hoch. Die Schlussfolgerung: »Das ist nichts für mich.«

Sein Leben zu entrümpeln, muss nicht kompliziert sein. In der Tat kann es ein sehr befreiender Prozess sein. Wenn du beim Gedanken an ein simples Leben auf Widerstand stößt, kämpfe nicht dagegen an. Nehme ihn einfach erstmal nur wahr und akzeptiere den Widerstand. Oft hängen wir noch an bestimmten Vorstellungen. Wir meinen, dass wir viele Sachen nicht mehr machen könnten. Meistens stimmt das so nicht.

Statt dir bewusst zu machen, worauf du alles bei einem simplen Leben verzichten müsstest, können wir uns auf all die Vorteile fokussieren. Werde dir bewusst, was du alles gewinnst. Lass uns einige dieser Vorteile anschauen, wenn du dein Leben entrümpelst und weniger materielle Dinge besitzt.

Raum zum Atmen

Sicherlich kennst du das Gefühl, wenn du frisch eingezogen bist. Falls nicht bereits alles voller Umzugskartons steht, hat der Raum Platz sich zu entfalten. In der ersten Zeit ist nicht nur alles neu, es ist auch einfach weniger da. Oder wenn wir ausziehen und bereits vieles ausgeräumt wurde. Auf einmal wirken die Räume viel größer. Auf einmal ganz anders. Vielleicht sogar freier und angenehmer.

Zum Glück musst du nicht bis zum nächsten Umzug warten. Du kannst bereits vorher Platz schaffen. Wenn weniger Dinge rumstehen, liegen und hängen, haben auch wir selbst mehr Platz zum Atmen. Wir werden einfach nicht so eingeengt.

Weniger zum Saubermachen

Wenn wir weniger besitzen, müssen wir auch weniger aufräumen. Doch auch das Saubermachen ganz allgemein wird einfacher. Es stehen und liegen nicht mehr so viele Dinge herum. Der Boden ist freier. Du musst nicht um alles herum putzen.

Saubermachen ist für die meisten an sich schon nicht attraktiv. Wenn dann noch Sachen rumstehen, die wir gar nicht mögen, macht das alles noch stressvoller. Wäre es nicht angenehmer, wenn du nur noch Sachen saubermachst, die du auch gerne besitzt?

Weniger organisieren

Wie lange hast du dir schon vorgenommen, diese eine Kiste oder Schublade aufzuräumen? Du weißt wovon ich spreche. Vielleicht hast du sogar mehrere solcher Boxen. Wenn wir weniger Dinge haben, müssen wir weniger aufräumen und organisieren. Es gibt keine Sachen, die auf einmal verschwinden. Keine ewige Sucherei.

Weniger Schulden

Wenn du weniger Dinge kaufst, gibst du weniger Geld aus. So kannst du deine finanzielle Situation schnell positiv verändern. Statt mehr zu kaufen, kannst du deine Schulden begleichen. Gleichzeitig kannst du dir einen Puffer für Notfälle aufbauen.

Mehr Energie

Die meisten Menschen können gar nicht glauben, dass ihre ganzen Besitztümer ihnen so viel Energie rauben. Sie müssen es erst selbst erleben. Dann wundern sie sich oft, wie sie zuvor damit leben konnten. Stell dir nur vor, was du mit all der Energie tun könntest. Du musst dir keine Gedanken mehr über all das Zeug machen und kannst dich besser fokussieren.

Mehr Zeit

Am Ende hast du mehr Zeit. Wenn du weniger einkaufst sowie weniger aufräumen und organisieren musst, kannst du diese Zeit anders verwenden. Wir haben alle chronisch zu wenig Zeit. Weniger Dinge zu besitzen, ist eine wirkungsvolle Therapie.

Indem du dir diese und weitere Vorteile bewusst wirst, wird die Idee vom simpleren Leben vielleicht realer für dich. Dir wird bewusst, was du alles gewinnst. Was du alles loslassen kannst. Und dann kannst du einfach damit anfangen. Dann kannst du die ersten Schritte in Richtung eines simpleren Lebens tun.

Mit den Nachbarn mithalten

Versuchst du mit den Nachbarn mitzuhalten? Bist du immer am Vergleichen? Musst du immer nachziehen? Wie wäre es, wenn du nicht mehr mit den Nachbarn mithältst? Wenn du stattdessen mit der Person mithältst, die du sein möchtest?

Vor einiger Zeit hat es gereicht einen schönen englischen Rasen zu haben. Dann ging es darum, ein gutes und gepflegtes Auto zu haben. Heute ist es nicht mehr so einfach. Es gibt viele weitere Faktoren, woran wir gegenseitig unseren Status messen. So viele Sachen, mit denen wir uns vergleichen. Und es ist verständlich. Wir wollen akzeptiert werden. Zur Gruppe gehören. Einen besonderen Status haben.

Wohin uns das Ganze führt, ist ein kleiner Wettstreit. Wer hat das neuere und teurere Auto? Wer macht die schönere Reise? Wer hat den gepflegteren Garten? Wer hat ein besonderes Hobby? Wessen Kind geht in welche Schule? Wer hat das Neue? Wer hat mehr?

In der Nachbarschaft wird geredet. Der Status wird verglichen und angepasst. »Was, das haben die Schmidts? Dann brauche ich das auch!« Und so ziehen wir nach. Es ist ein Spiel, wer zuerst isst. Wer oben steht. Ein Spiel, das von unserer Gesellschaft gefördert wird. Oft geht es darum, dass wir uns an den gleichen Sachen orientieren. Wir schauen die gleichen Filme, tragen die neuste Mode, lesen die neuen Bestseller, kaufen die gleichen Autos, leben in ähnlichen Häusern. Immer wieder bekommen wir gezeigt, wie ein gutes Leben auszusehen habe. Was wir dafür brauchen. So gehen wir los und kaufen die gleichen Sachen. Das führt nicht nur zu einem Wettstreit, sondern auch immer mehr zu einem Verlust unserer Individualität.

Wir wollen alle individuell sein, richtig? Doch sind wir das? Ist es damit getan, dass wir uns ein wenig anders anziehen? Die meisten von uns verfolgen das gleiche Bild vom Leben. Wir haben alle ähnliche Lebensläufe. Wir tun sehr ähnliche Sachen. Ist es wirklich so, dass wir alle so ähnliche Sachen im Leben wollen? Oder sind wir einfach nur so sehr beeinflusst worden? Wo ist die Individualität, wenn wir uns keine Gedanken darüber machen, was wir wirklich im Leben wollen und danach handeln?

Vielleicht ist das Bedürfnis dazuzugehören einfach größer. Vielleicht ist das der einfachere Weg. Vielleicht ist es das Leben, das wir führen wollen. Vielleicht aber auch nicht. Wir können einen anderen Weg wählen. Wir können aufhören, uns mit den Nachbarn zu vergleichen. Wir müssen nicht immer mitziehen. Wir müssen nicht immer den anderen gefallen. Es ist völlig in Ordnung, wenn wir etwas tun, nur weil es uns gefällt. Sollen die Nachbarn denken, was sie wollen. Ist es nicht wichtiger, was du denkst? Was du fühlst?

Was wäre, wenn wir unsere Zeit, Energie und unser Geld nur noch für die Sachen verwenden würden, die wir für wichtig halten? Kannst du dir das vorstellen? Wie anders das Leben vieler Menschen sein könnte. Einfach nur indem sie tun, was sie für richtig halten. Was wäre, wenn du nicht mehr mit den Nachbarn mithältst. Wenn du stattdessen mit der Person mithältst, die du sein möchtest?

Wünscht du dir mehr Freiheit, Glück und Bedeutung im Leben? Dann orientiere dich nicht am Leben der Nachbarn. Gehe deinen eigenen Weg. Lebe nicht das Leben anderer. Lebe das Leben, das du leben möchtest.

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