Kompromisse

»Wir können versuchen, die Realität von Kompromissen zu vermeiden, aber wir können ihnen nicht entkommen.«

Greg McKeown bringt es damit auf den Punkt. Kompromisse sind unweigerlicher Bestandteil unseres Lebens. Leider ist unsere Einstellung dazu meistens negativ.

Kompromisse sind etwas Schlechtes, richtig? Schließlich impliziert das Wort, dass wir nicht das bekommen, was wir eigentlich wollen. Im Kontext der Rechtssprechung bedeutet es, dass man eine Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse getroffen hat. Impliziert diese Sichtweise nicht, dass es nur einen Gewinner geben kann? Wird nicht auch genau mit dieser Herangehensweise so oft Geschäfte gemacht? Doch können wir es nicht auch anders sehen? Können wir nicht auch meinen, dass es für uns gut ist, wenn es für den anderen gut ist? Können wir nicht auch meinen, dass es keinen Verlierer geben muss? Dass wir sowieso alle in einem Boot stecken? Warum können nicht alle gewinnen?

Zurück zum alltäglichen Leben: Wir denken von Kompromissen, dass sie ein grundsätzlich negativer Teil des Lebens sind. Was für eine einschränkende Sichtweise. Wollen wir sie nicht einfach als grundsätzlichen Bestandteil des Lebens sehen? Uns nicht fragen, »worauf muss ich verzichten?« Sondern das Ganze aus einer andere Perspektive sehen und uns fragen, »worauf möchte ich mich fokussieren?« »Was möchte ich besonders gut machen?« Eine solche Änderung in unserem Mindset könnte eine enorme Wirkung auf unser Leben haben.

Du kannst niemals alles haben, machen oder sein. Du musst dich entscheiden. Genauso musst du Kompromisse eingehen. Wenn du zu etwas „Ja“ sagst, sagst du gleichzeitig zu so viel anderem „Nein“. Schließlich kannst du es nicht gleichzeitig machen. Du kannst nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Das in sich ist ein Kompromiss. Du verzichtest auf bestimmte Optionen. Dafür entscheidest du dich bewusst, was du tun möchtest.

Wir können Kompromisse ein wenig wie das Sterben betrachten. Wir können auch versuchen, die Realität des Todes können zu vermeiden. Doch wir werden dem Tod nicht entkommen. Statt den Tod als etwas grundlegendes Negatives zu sehen, können wir ihn als festen Bestandteil des Leben sehen. Sicherlich, wir können uns ärgern und uns dagegen sträuben, dass wir sterben werden. Oder wir schauen, was wir mit der wenigen uns verbleibenden Zeit machen wollen. Können unser Leben mit Bedeutung füllen. Welche Sichtweise ist für uns wohl förderlicher?

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