3 Prinzipien des Essentialismus

Vielen Ideen, Theorien und Philosophien liegen jeweils sehr wenige Grundannahmen zugrunde, aus denen sich alles weitere ableiten lässt. So bildeten die Einsteinschen Postulate – also das Prinzip der Relativität sowie der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit – die Grundlage für die spezielle Relativitätstheorie. Auch im Essentialismus gibt es einige solcher Grundannahmen, von denen sich so viel ableiten lässt. Lass uns 3 Grundprinzipien näher beleuchten. Sie bilden die Grundlage für Empfehlungen und Vorgehensweisen. Sie geben Orientierung und vereinfachen Entscheidungen.

Das erste Prinzip: Es gibt individuelle Entscheidungen

Wir haben die Wahl. Wir haben die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Können aussuchen, wie wir unsere Zeit und unsere Energie nutzen wollen. Ohne Entscheidungen macht es keinen Sinn über Prioritäten, Möglichkeiten und Kompromisse zu reden.

Dabei ist es erstmal zweitrangig, ob wir die Entscheidungen völlig bewusst treffen oder nicht. Teilweise haben wir eine Entscheidung bereits getroffen, bevor uns das bewusst ist. Wichtig ist jedoch, dass wir als System Mensch Entscheidungen treffen können.

Wenn wir an Entscheidungen denken, sehen wir diese oft als Sachen. Doch eine Entscheidung ist keine Sache. Unsere Optionen und Möglichkeiten können Sachen sein. Doch eine Entscheidung ist eine Aktion. Es ist nichts, was wir haben. Es ist etwas, was wir tun. Wir haben die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen. Wenn wir es tun, gibt es nichts, was wir irgendwie aufbrauchen.

Und ja, Entscheidungen zu treffen, ist oft schwer. Es bedeutet zu anderen Sachen nein zu sagen. Es kann sich wie ein Verlust anfühlen – schließlich haben wir anschließend weniger Optionen. Entscheidungen sind oft schwer zu treffen, dabei sind sie oft ganz simple.

Es sollte offensichtlich sein, welch große Bedeutung Entscheidungen auf unser Leben haben. Im Essentialismus legt man daher eine besondere Aufmerksamkeit auf Entscheidungen. Es geht darum, sich seine eigene Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, immer wieder bewusst zu machen. Nicht zu meinen ”ich muss”, sondern ”ich entscheide mich“. Diese Fähigkeit ist etwas tief in uns. Sie ist unabhängig von unserer Umgebung und anderen Menschen. Sind unsere Entscheidungen unabhängig? In den allermeisten Fällen nicht. Doch unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, ist es.

Eine der wichtigsten Sachen ist daher, dass wir uns dafür entscheiden, Entscheidungen zu treffen. Uns nicht als Opfer zu sehen. Nicht passiv zu sein. Denn wenn wir diese Fähigkeit abgeben, begeben wir uns in Hilflosigkeit. Wir können vergessen, dass wir uns entscheiden können. Dann begeben wir uns in die Hände von anderen. Sind den Entscheidungen anderer ausgeliefert. Wir können sogar ein Opfer unserer eignen früheren Entscheidungen werden. Nicht fähig, neue und bessere Entscheidungen zu treffen. Doch genau das sollten wir. Bewusst und aktiv Entscheidungen treffen. Und das in allen Bereichen unseres Lebens.

Das zweite Prinzip: Störungen sind überall

Störungen und Ablenkung sind überall verbreitet. Tatsächlich ist fast alles eine Ablenkung. Nur sehr sehr wenig ist wirklich bedeutungsvoll und wertvoll. Das meiste ist für uns nicht wichtig.

Manche Sachen sind wichtiger als andere. Wer bewertet, was für dich wichtig ist? Natürlich du. Doch dafür musst du wirklich ehrlich zu dir sein. Wenn du ehrlich zu dir bist, weißt du, was dir wichtiger ist. Du weißt, dass nicht alles gleich viel für dich bedeutet. Du musst sie nur vergleichen:

  • Am Abend irgendwelche Arbeits-E-Mails beantworten vs. dein Kind ins Bett bringen
  • Nach Angeboten recherchieren vs. dir über deine Lebensziele Gedanken machen
  • bei Instagram den Feed scannen vs. dich mit deinem Partner unterhalten

Manche Sachen bedeuten uns mehr als andere. Das ist die Rechtfertigung und gleichzeitig die Notwendigkeit, dass wir uns die Zeit nehmen, um herauszufinden, was für uns am wichtigsten ist. 

Das dritte Prinzip: Kompromisse sind unausweichlich

Wir können nicht alles haben oder alles tun. Wir können nicht überall sein. Wir können nicht alles sein. Wenn wir es könnten, dann gäbe es keinen Grund, zu priorisieren. Dann müssten wir nicht bewerten und einige Sachen anderen vorziehen. Kompromisse sind fester Bestandteil des Lebens.

Wenn wir das verinnerlichen, ändert sich unser Mindset. Wir fragen nicht mehr Sachen wie: „Wie kann ich das alles unterbringen?“ oder „Was mache ich zuerst?“ Stattdessen fangen wir an zu fragen, „was möchte ich davon tun?“ oder „welches Problem möchte ich lösen?“ Denn wir können nicht alles tun. In einer Zeit in der unsere Möglichkeiten und Optionen immer mehr zunehmen, hast du diese Erfahrung sicherlich bereits selbst gemacht.

Das sind drei Grundprinzipien des Essentialismus. 1. Das erste Prinzip: Es gibt individuelle Entscheidungen 2. Das zweite Prinzip: Störungen sind überall 3. Das dritte Prinzip: Kompromisse sind unausweichlich

Verinnerliche diese Prinzipien und handle entsprechend.

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